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Das Podium (Foto: Karin Küsel)

Podiumsdiskussion am Gymnasium Calvarienberg

Viele Fragen in einer heiklen Zeit – können Politiker heutige Schüler überhaupt noch erreichen?

03.09.2017
Von: Keno Hartkamp und Justus Lutterbey (beide MSS 12)

Am Montag, dem 28.8.2017, stellten sich Politiker der sechs wichtigsten Parteien (CDU, SPD; Grüne, Linke, FDP und AfD) in einer Podiumsdiskussion den zahlreichen Fragen von ungefähr 200 neugierigen Politikinteressenten des Gymnasiums Calvarienberg. Gerade jetzt, da die Bundestagswahl immer näher rückt, ist es umso wichtiger, sich für Politik und damit die eigene Zukunft zu interessieren. Entsprechend zukunftsorientiert waren die Themengebiete, die im Vorfeld von allen beteiligten Schülern und Schülerinnen als Schwerpunkte ausgewählt worden waren: Bildung und Umwelt.
Zu Beginn des Themenbereichs Bildung lobte Christina Steinhausen (FDP) die Schulen im Kreis Ahrweiler für ihre Ausstattung und konnte die Jugend mit zahlreichen neuen Ideen, wie z.B. einem kostenlosen Zugticket für Europa, das Abiturienten nach ihrem Abschluss drei Jahre lang nutzen können, aber auch mit ihrer schülernahen Art für sich einnehmen. Auch die Linken, vertreten durch Marion Morassi, die sich im Rahmen der Digitalisierung für ein Smartphone für alle einsetzen, stießen damit auf Zustimmung. Dass die beiden Politikerinnen mit diesen Vorschlägen bei ihren jungen Zuhörern punkten konnten, überrascht nicht, wobei die Frage der Finanzierung offen blieb. Nachdem der Frageblock zum Thema Bildung beendet war und das Thema Umwelt und Klima auf der Tagesordnung stand, konnte Martin Schmitt von den Grünen zumindest inhaltlich stärker in die Diskussion eingreifen. Er betonte mit großem Nachdruck, dass wir zwar schon viel im Bereich Umweltschutz und erneuerbaren Energien erreicht hätten, aber es noch eine Menge zu verbessern gebe. Zur Verwunderung des Kandidaten der Grünen und wahrscheinlich auch der meisten Anwesenden stimmte er mit Kathrin Koch (AfD) darin überein, die Säuberung der deutschen Meere voranzutreiben. Die Kandidatin der Alternative konnte jedoch auf Nachfrage nicht weiter ausführen, wie sie den Klimaschutz politisch gestalten wolle. Nach unserem Eindruck konnte sie die Schülerinnen und Schüler des Calvarienbergs nicht überzeugen.
Für alle Zuhörer bot diese Podiumsdiskussion, die von unseren Sozialkundelehrern Herrn Stretz und Frau Zepp initiiert und organisiert worden war, die Möglichkeit, viel Neues dazuzulernen und Erfahrungen mit den Positionen der sechs Parteien und ihrer Kandidaten zu sammeln.
Besonders die Koalitionspartner CDU und SPD, vertreten durch die Bundespolitikerin Mechthild Heil und die Bundesministerin Andrea Nahles, berichteten viel aus ihrer eigenen Erfahrung. Frau Nahles betonte zum Beispiel, dass der in dieser Legislaturperiode eingeführte Mindestlohn zwar ein essentieller Erfolg, aber immer noch zu niedrig sei. Auch Frau Heil konnte von ihren Erfahrungen mit der Integration von Flüchtlingen in das deutsche Bildungssystem berichten, bei der sie zwar manche Herausforderung sah, aber insgesamt betonte, dass Deutschland auf einem guten Weg sei. Beim abschließenden Appell aller Kandidaten, ihre Partei zu unterstützen, unterstrich Heil die Notwendigkeit, in  Sicherheit zu investieren und dabei trotz dieser und anderer Ausgaben dennoch am Ziel der „Schwarzen 0“ festhalten zu können.
Unter dem Strich ziehen wir eine positive Bilanz aus dieser zwar teilweise hitzigen, aber doch auch sachlichen und fairen Auseinandersetzung der Kandidaten. Wir hoffen, dass sich in Zukunft mehr und vor allem junge Leute für die Politik interessieren. Ein erster Schritt wäre, wie auch Frau Steinhausen betonte, dass auch von anderen Schulformen und nicht nur in Gymnasien Politiker eingeladen werden und diese so in Kontakt mit Schülern und Schülerinnen kommen können.
Nun schauen wir gespannt und interessiert auf den Ausgang der Bundestagswahlen.