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Selbstverteidigung für die 9. und 10. Klassen

05.09.2017
Von: Alice Schaffrath

An drei Wochenenden nach den Sommerferien hörte man laute Rufe und viel Gelächter aus unserer Turnhalle. 40 Jugendliche hatten sich zum Selbstverteidigungskurs angemeldet und übten fleißig, laut „ Nein“ zu sagen. Zu Beginn der ersten Stunde, Samstag um 10 Uhr morgens wohl gemerkt, war die Stimmung noch eher verschlafen. Die Teilnehmer waren zunächst sehr verhalten und schüchtern. Doch noch innerhalb der ersten halben Stunde platzte der Knoten: Die Körperhaltung veränderte sich von hängenden Schultern und trägen Beinen zu aktionsbereiter Verteidigungshaltung. Aufrechte, selbstbewusste und aufmerksame Schüler standen nun da, bereit, hypothetische Gefahrensituationen einzuschätzen, abzuwehren und neu erlernte Handlungstechniken zu verinnerlichen. Hierbei kam der Spaß natürlich nicht zu kurz: Zunächst wurde sich darum gerissen auch mal den „Bösen“ zu spielen und tückische Angriffe zu starten. Bald aber schwand die Begeisterung an dieser Rolle, da es immer häufiger einen dafür „auf die Nase“ gab. Wing Tzun ist eine Kampfkunst aus China, die auf den Selbstschutz spezialisiert ist- eine hervorragende Art der Selbstverteidigung also. Durch die simplen und intuitiven Techniken sind die Erfolgsmomente schon von Anfang an gegeben und verleihen den Schülern Selbstvertrauen. Herr Poluschkin, den wir für unsere Fortbildung gewinnen konnten, ist seit über 30 Jahren Ausbilder und anerkannter Wing Tzun Lehrer der ADD (Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Rheinland-Pfalz). Er führt seit einigen Jahren eine eigene Wing Tzun Kampfsportschule in Neuwied. Mit viel Spaß und Geschick brachte er unseren Schülerinnen und Schülern die Grundfertigkeiten des Selbstschutzes bei. Wir tasteten uns von der Verteidigungshaltung, über lautes und bestimmtes Auftreten bis zum „Gegner unter Kontrolle bringen“ vor. Schlurften am nächsten Samstag morgen schon wieder alle griesgrämig in die Turnhalle, denn Schule am Wochenende ist nicht gerade die Lieblingsbeschäftigung, so waren dieses Mal nach spätestens 5 Minuten alle wieder wach und mitten im Geschehen. Ob groß gebaut oder klein und zierlich, selbst eine zierliche Schülerin mit gerade mal 40 kg brüllte laut und lernte im Notfall schnell zu reagieren, die Kraft des Gegners für sich zu nutzen und ihn außer Gefecht zu setzen. Mittags verließen wir die Halle nass geschwitzt, mit blauen Flecken und heiser. Dafür aber mit einer ordentlichen Portion Muskelkater für den nächsten Tag, einem gestärkten Selbstbewusstsein und mehr Schlagfertigkeit (im wahrsten Sinne des Wortes) für das nächste Schuljahr.
Drei tolle Wochenendseminare liegen hinter uns, und wir, Frau Schaffrath und Frau Bertram, freuen uns jetzt schon darauf, euch, die jetzigen 8. Klässler, nächstes Jahr dabei zu haben!